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Wieder lebensgefährliche Situationen am Bahndamm

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Bahndamm Oberkassel

Bürger rufen Bahnpolizei und sichern selbst.

Ein schrilles Pfeifen und dann ein lautes, stählernes Quietschen durchdringen die Geräuschkulisse, die ansonsten von Stimmen, Musik und Blätterrauschen bestimmt ist.
Die beängstigenden Töne stammen von einem Güterzug, der in Höhe Oberkassel offensichtlich eine Gefahrenbremsung einleitet, weil zum wiederholten Male, Jugendliche einfach über die ungesicherten Gleise laufen. Die eine Hälfte der Gruppe schafft es vor dem Zuge auf die andere Seite zu kommen, die ander Hälfte kehrt zum Glück rechtzeitig um. Niemandem passiert was.
Ralf Laubenthal, der das ganze Geschehen beobachtet hat, spricht die jungen Leute an und fragt, warum sie das machen. Die Antwort ist erschreckend einfach oder besser gesagt einfach erschreckend. „Ja, eigentlich keine Ahnung, aber hier ist doch alles frei und wo eine Unterführung ist, wissen wir auch nicht.“ Wenige Augenblicke später entdeckt Laubenthal einen stark angetrunkenen Jugendlichen, der ebenfalls auf dem Weg über die Gleise ist, während aus Linz der Regionalexpress heranrauscht. Den Jungen kann er gerade noch zurückpfeifen, nur wenige Augenblicke später schnellt der Zug, kaum hörbar, genau an dieser Stelle vorbei.
Zwei Beinahekatastrophen innerhalb weniger Minuten. Das ist die Situation, wie sie sich jedes Jahr zu Rhein in Flammen an dieser Stelle abspielt.
Laubenthal, der sich schon seit Jahren für die Sicherung der Gleise einsetzt, geht zum Bürgerverein, der zur gleichen Zeit den Parkplatz bewacht und informiert den Vorsitzenden Hans-Georg Dreidoppel. Dieser hat den ganzen Tag Kontakt zum Lagezentrum der Polizei und meldet die Vorfälle dort, während andere Mitglieder des Bürgervereins sofort reagieren und die Gleise mit unzähligen Metern Flatterband absichern.
„Es ist mir unverständlich warum die Gleise in diesem Jahr nicht durch Beamte der Bahnpolizei bewacht werden. In den letzten Jahren war das zu Rhein in Flammen der Fall und die Notwendigkeit wurde dadurch auch immer wieder unter Beweis gestellt.“, ärgert sich der Vorsitzende. „Es ist ja eh schon lächerlich, dass ein paar Hundert Euro für einen einfachen Maschendrahtzaun bei der Bahn nicht drin sind aber Zigtausende für den Personaleinsatz ausgegeben werden. Jetzt auch noch darauf zu verzichten, halte ich für unverantwortlich.“
Etwas später treffen zuerst Polizisten auf Motorrädern am Bahndamm ein und nachfolgend mehrere Fahrzeuge der Bahnpolizei. Erst jetzt werden die Gleise durch die Beamten gesichert. Und wieder wurden vielleicht Menschleben gerettet, weil Bürger sich dafür eingesetzt haben, - nicht die Bahn AG.

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